Vorstellungsgespräch vorbereiten: 30 typische Fragen – und was wirklich dahinter steckt
Du hast eine Einladung zum Vorstellungsgespräch? Super. Der erste Schritt zum neuen Job ins Unternehmen ist geschafft. Oft steigt jetzt der Druck und du willst alles „richtig“ machen. Viele bereiten sich auf das Vorstellungsgespräch vor, indem sie Antworten auswendig lernen. Und dann sitzen sie im Gespräch – und sind trotzdem unsicher.
Warum?
Weil ein Vorstellungsgespräch kein Quiz ist. Es ist für die meisten ein Stresstest – da hilft Auswendiglernen nur bedingt.
Nach über 20 Jahren Erfahrung in Bewerbung, Auswahlverfahren und Gesprächsführung kann ich dir eines sagen:
RecruiterInnen stellen selten Fragen aus reiner Neugier. Auch wenn Neugier am Gegenüber ein verbreiteter Wesenszug eines Recruiters ist. Ich schließe mich da ausdrücklich mit ein.
Aber RecruiterInnen prüfen mit den Fragen auch Muster. Haltung. Übereinstimmung zur Aufgabe, zum Team und zur Unternehmenskultur. Und da ist Auswendiglernen nur bedingt hilfreich, aber eine gute Vorbereitung unerlässlich.
Und wenn du verstehst, was hinter einer Frage des Recruiters steckt, brauchst du keine perfekten Formulierungen. Mit Klarheit und Selbstbewusstsein über dich und deinen beruflichen Lebensweg kommst du schon sehr viel weiter.
30 typische Fragen im Vorstellungsgespräch – und was dahinter steckt
Ich gebe dir hier einen Einblick in diese Fragen. Wenn du versteht, auf was so ein Bewerbungsinterview hinausläuft, kannst du dich besser vorbereiten.
Allgemeine Fragen und Fragen zur Motivation:
1. „Erzählen Sie etwas über sich.“
Die am häufigsten gestellte Frage im Vorstellungsgespräch. Sie ist meistens der Einstieg. Hier kannst du dich sehr gut vorbereiten. Bereite dir eine kurze, klare Antwort vor – sie sollte nicht auswendig gelernt klingen. Beschränke dich auf berufsbezogene Aspekte, sofern nichts anderes gefragt wird. Sprich über Stationen und Tätigkeiten, die zur ausgeschriebenen Position passen. Beginne bei den weiter zurückliegenden Erfahrungen und arbeite dich bis zur Gegenwart vor.
Das könnte man natürlich auch im Lebenslauf nachlesen. Was mit der Frage wirklich getestet wird, ist:
Bist du strukturiert? Kannst du Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden? Ist dir klar, worauf du beim Erzählen den Fokus setzen solltest?
2. „Wie haben Sie von der Stellenausschreibung erfahren?„
Nenne das Portal oder die Website, wo du die Stellenanzeige gesehen hast. Oder hat dir ein Bekannter von der Firma erzählt oder ist sogar dort angestellt? Das ist immer ein super Anknüpfungspunkt, um mehr zu erzählen.
3. „Warum möchten Sie bei uns arbeiten?“
Diese Frage prüft, ob du „irgendeinen“ Job suchst – oder genau diesen. Selbst wenn deine aktuelle Situation so ist, dass du dringend einen Job brauchst, solltest du dem Gegenüber vermitteln, dass du genau diesen Job möchtest.
Also sei vorbereitet und gebe Antworten, die darauf schließen lassen, dass du dich mit diesem Job und diesem Arbeitgeber identifizieren kannst.
Wenn du dazu Tipps brauchst, buche dir gern meinen Bewerbungs-Quick-Win: In 30 Minuten gebe ich dir alle Tipps, die du bekommen kannst.
4. „Was wissen Sie über unser Unternehmen?„
Auch hier ist die Vorbereitung sehr wichtig. Man merkt sofort, ob sich jemand die Homepage zumindest einmal angeschaut hat. Nenne einige Informationen über das Unternehmen und stelle dann gerne spezifische Nachfragen zu bestimmten Aspekten. Auf die Frage, was dich besonders am Unternehmen interessiert, ist es empfehlenswert, Punkte zu nennen, die das Unternehmen selbst in den Vordergrund rückt, wie etwa die Mission, das Arbeitsumfeld, die Marktstellung etc.
Fachliche Fragen und Erfolge:
Die Fragen dazu sind sehr individuell und ich kann hier keine Beispiel geben. Nur soviel: Natürlich solltest du wissen, was du fachlich kannst. Antworte hier gern ausführlich und gebe konkrete Beispiele, wann und was du konkret gemacht hast.
Tipp: wenn du es nicht im Hauptberuf gemacht hast, dann vielleicht privat? Auch diese Tätigkeiten würde ich unbedingt erwähnen, wenn sie fachlich zum Thema passen.
5. „Was wissen Sie über die ausgeschriebene Position – wie stellen Sie sich den Job aufgrund der Ausschreibung vor?“
Natürlich weiß das Unternehmen, wen sie suchen. Diese Frage zielt darauf ab, ob du grundsätzlich die Ausschreibung so verstanden hast, wie sie gemeint war. Eventuell was sie vom Unternehmen auch nicht klar formuliert, auch das kommt vor.
Wie intensiv hast du dich bei deiner Bewerbung mit dem gewünschten Profil auseinandergesetzt? Kannst du souverän beantworten, welche gewünschten Qualifikationen du mitbringst und wo du eventuell noch Nachholbedarf hast?
6. „Erzählen Sie von einem beruflichen Erfolg.„
Als Vorbereitung würde ich dir empfehlen, für jede berufliche Station deinen größten Erfolg oder das, was du dort hauptsächlich getan oder bewirkt hast, zu überlegen.
Dahinter steckt die Frage, wie gut und erfolgreich du im Jobleben stehst. Aber auch, wie klar du das benennen kannst. Auch hier gilt wieder: du darfst deine Leistungen benennen, nicht arrogant, aber selbstbewusst.
7. „Auf welches Projekt oder welche berufliche Situation sind Sie besonders stolz oder hat ihnen am meisten gefallen – und warum?„
Die Frage ist ähnlich, geht aber etwas tiefer. Sie zeigt deine Werte. Warum bist du auf dieses oder jenes Projekt besonders stolz? Was lässt dich aufblühen? Hier zeigt sich, wo dein Herzblut liegt. Und das lieben alle RecruiterInnen. Also erzähle gerne mit strahlenden Augen davon. Der Punkt kann ein Gamechanger sein.
8. „Auf welche Suchkriterien haben Sie bei Ihrer Stellensuche besonders geachtet?„
Diese Frage zeigt, was deine wichtigsten Kriterien für den zukünftigen Job und den zukünftigen Arbeitgeber sind. Sie zeigen Klarheit über das, was du wirklich willst. Wonach hast du gegoogelt auf der Suche nach dem Job? Welche Fachbegriffe? Diese solltest du parat haben.
9. „Warum sollten wir Sie einstellen?“
Viele scheitern hier nicht an Kompetenz, sondern an Selbstsicherheit. Jeder hat Verständnis für eine gewisse Nervosität im Gespräch, aber dir sollte klar sein, was du wirklich drauf hast und das auch klar benennen können.
Ich weiß, das fällt uns in unserer Gesellschaft eher schwer. Wenn wir selbstbewusst benennen, was wir können, gelten wir vermeintlich als arrogant. Da würde ich als Stärken-Mentorin einen Aufruf für mehr selbstbewusstes Benennen unserer Stärken starten.
Wenn dir klar ist, was du kannst, erkennt der Recruiter im Gespräch, dass du dir Gedanken gemacht hast, wie du zu der Stelle, um die du dich bewirbst, passt.
Fragen zur Persönlichkeit:
Neben dem fachlichen Austausch zur Position gibt es persönliche Fragen, die immer wieder kommen. Es heißt nicht, dass ich alle diese Frage für gut befinde, aber sie kommen vor und deshalb gebe ich sie dir in diesem Artikel mit.
10. „Was sind Ihre größten Stärken?“
Viele RecruiterInnen fragen das, auch wenn sie keine ausgebildeten Stärkencoaches sind. Warum? Hier wird das Selbstbewusstsein getestet und auch, wie wahrheitsgemäß deine Einschätzung ist. Darum überlege dir, an welchen konkreten Beispielen du deine Aussagen festmachen kannst.
Stärken ohne Beispiel sind nur Behauptungen.
11. „Was ist Ihre größte Schwäche?“
Als Stärken-Mentorin finde ich diese Frage persönlich „voll blöd“. Vertrete ich doch die Auffassung, dass auch unsere vermeintlichen Schwächen ein Hinweis auf unsere Stärken sind. Nun denn. Sie wird im Recruiting noch gestellt.
Wofür dient diese Frage? Zumal sich jeder entsprechend vorbereitet und zum Beispiel die Ungeduld als Schwäche nennt da sie im Grund nach darauf hindeutet, dass jemand schneller zum Ziel kommt, wegen der Ungeduld eben.
Aber tatsächlich kannst du mit dieser Antwort Pluspunkte landen hinsichtlich deiner Ehrlichkeit und Authentizität. Sag einfach frei heraus, was andere an dir gelegentlich suboptimal finden. Früher oder später finden sie es eh heraus.
12. „Wie gehen Sie mit Druck um?“
Panik? Hektisch? Oder kommst du unter Druck erst in Höchstform? Jedes Verhalten hat seine Berechtigung. Es zeigt, welche Stärken du hast. Beispielsweise gibt es Menschen, die im Chaos richtiggehend aufblühen und alles souverän managen, andere brauchen Ruhe und kommen dann zu hervorragenden Ergebnissen.
Nenne gerne ein konkretes Beispiel aus deiner Praxis und erkläre, wie du zum Ziel gekommen bist – auch unter Druck.
13. „Sind Sie ein Teamplayer?“
Jeder will Teamplayer sein. Klar, wir arbeiten selten alleine. Also erzähle, wie du mit deinen Kollegen zusammengearbeitet hast und wo deine Grenzen liegen.
Vielleicht brauchst du auch Zeiten, in denen du dich alleine in Sachverhalte einarbeiten kannst. Und dann bist du ready für das nächste Teammeeting. Auch das ist gut zu erwähnen und vermittelt ein ehrliches Bild von dir.
14. „Erzählen Sie von einem Konflikt.“
Unternehmen wollen keine konfliktfreien Menschen. Sie wollen Menschen, die konstruktiv mit Konflikten umgehen. Wie reagierst du im Konfliktfall? Wie hast du den Konflikt gelöst?
15. „Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?“
Du sollst hier keine Fantasiereisen machen, aber durchaus darfst du deine großen Ziele und deine gewünschte Richtung nennen. Zeig deine Ambitionen, ohne gleich den Chefsessel als Ziel zu nennen. Willst du fachlich Neues lernen oder Menschen führen? Hast du den Ehrgeiz, etwas zu erreichen in deinem Job?
16. „Warum haben Sie Ihre letzte Stelle verlassen?“
Diese Frage kommt vermutlich an jeder deiner beruflichen Stationen. Und ich denke es ist klar, dass damit auch deine Loyalität zu früheren Arbeitgebern getestet wird und wie professionell du mit der Trennung umgehst.
Du solltest im Gespräch nie über andere urteilen. Wer schlecht über frühere Arbeitgeber spricht, spricht irgendwann auch schlecht über den Arbeitgeber, mit dem du gerade im Interview sitzt.
17. „Was ist Ihnen bei einem Arbeitgeber besonders wichtig?„
Diese Frage zielt auf deine Werte ab. Diese sollten im Idealfall mit denen des Unternehmens übereinstimmen. Schau hier unbedingt auf die Unternehmensseite – da sind sie üblicherweise genannt. Flexible Arbeitszeiten sind zwar wichtig, sollten aber nicht an erster Stelle genannt werden – das hört kein Unternehmensvertreter gern. Bestimmt findest du etwas anderes, das dich bei der Durchsicht der Unternehmenshomepage angesprochen hat.
18. „Was motiviert sie?“
Diese Frage geht noch einmal tiefer als die Frage nach deinen Suchkriterien. Hier geht es um deinen inneren Antrieb. Wofür stehst du morgens gerne auf? Sind es Herausforderungen? Verantwortung übernehmen? Kreatives Tun? Strukturen schaffen? Mit Menschen arbeiten?
RecruiterInnen möchten verstehen, ob deine Motivation langfristig zur Rolle passt. Wer sich von Abwechslung motivieren lässt, wird in einer sehr strukturierten Routineaufgabe vermutlich nicht dauerhaft glücklich – und umgekehrt.
Je klarer du deinen inneren Motor benennen kannst, desto überzeugender wirkst du.
19. „Wie würden Ihre Kollegen oder Vorgesetzten Sie beschreiben?“
Hier geht es um dein Fremdbild. Stimmen Selbst- und Fremdwahrnehmung überein?Bereite dich auf das Interview vor, indem du über echtes Feedback nachdenkst, das du erhalten hast. Vielleicht wurde dir oft gesagt, dass du besonders strukturiert arbeitest. Oder dass man sich auf dich verlassen kann. Oder dass du Ruhe ins Team bringst.
Auch hier gilt: Mit einem konkreten Beispiel wird deine Aussage glaubwürdig.
Tipp: Hast du schon einmal aktiv Feedback eingeholt? Mach das gerne mal – es wird dich positiv überraschen und bestärken.
20. „Was unterscheidet Sie von anderen BewerberInnen?“
Viele Bewerbende antworten hier sehr allgemein. Doch genau hier kannst du zeigen, dass du dich mit deinem Profil und deinem bisherigen Berufsweg auseinandergesetzt hast.
Was bringst du mit, das nicht jeder mitbringt?
Vielleicht eine ungewöhnliche Kombination aus Fachwissen und Empathie. Vielleicht internationale Erfahrung. Vielleicht Führungserfahrung plus operative Stärke.
Das ist deine Bühne – nutze sie!
21. „Gibt es etwas, das in Ihrem Lebenslauf nicht steht, das wir aber unbedingt wissen sollten?„
Bei dieser Frage hast du noch einmal die Chance, Eindruck zu hinterlassen und Interesse zu wecken. Auch wenn es dir unwichtig erscheint, vielleicht ist das für dein Gegenüber wirklich spannend und es verbindet euch menschlich.
22. „Wie erklären Sie diese Lücke in Ihrem Lebenslauf?„
Bereiten dich auch auf diese Frage gut vor, solltest du Lücken im CV haben. Und hier möchte ich dich zu einem kleinen Perspektivwechsel einladen: eine Lücke ist auch für den RecruiterIn nicht das Ende der Welt. Aber sicherlich gibt es einen guten Grund für die Lücke. Vielleicht findest du in der Vorbereitung eine positive Erklärung für die Zeit zwischen zwei Jobs. Und hier hast du ganz bestimmt auch etwas gelernt – vielleicht nicht für den Job, aber bestimmt fürs Leben. Also sei ehrlich und blicke positiv auf dich. Hast du dich weiterentwickelt, eine wichtige Auszeit genommen, Familienzeit gehabt oder dich beruflich einfach gründlich neu orientiert.
Zu den „Lücken“ kannst du auch hier nochmal nachlesen: Mindfuck beim Bewerben.
23. „Beschreiben Sie Ihren Führungsstil.“ (falls relevant)
Wenn du eine Führungsrolle anstrebst, weisst du sicher, was du hier antworten kannst. Führung ist nicht, der Klassensprecher eines Teams zu sein. Aus der Praxis kann ich sagen, dass das leider oft verwechselt wird. Mach dir also nochmal genau klar, was deinen Führungsstil ausmacht und was dich in dieser Rolle einzigartig macht.
24. „Mussten Sie schon schwierige Entscheidungen treffen – z.B. personell?„
Diese Frage zeigt praktisch, wie du dein Team führst. Es gehören auch unangenehme Entscheidungen zu einer Führungsrolle und nicht jede trifft sich einfach. Wie gehst du mit schwierigen Gesprächen und Entscheidungen um? Bist du nahbar, sachlich, autoritär?
25. „Wie gehen Sie mit Fehlern um?„
Du hasst es, Fehler zu machen? Oder gehören Fehler für dich dazu und dienen dazu, dass du etwas lernst? Übernimmst du Verantwortung für deine Fehler oder sind meistens die anderen schuld?
Unabhängig von der Interviewsituation lohnt es sich, hier einmal genauer hinzuschauen.
Mein Motto:
„Nur wer nichts macht, macht keine Fehler.“
26. „Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?„
Die Fragen nach dem Buch ist nur exemplarisch für das Hobby Lesen. Wenn du deine persönlichen Interessen bzw. Hobbys im Lebenslauf nennst, solltest du auch etwas dazu sagen können und Nachfragen mit Leben füllen. Hier möchte das Unternehmen mehr über deine Persönlichkeit erfahren. Ob es sich um dein Hobby Lesen, Mountainbikefahren oder sonstiges handelt, ist nebensächlich. Es lädt aber für Fragen ein, um sich auch menschlich auszutauschen.
Hinweis: sollten für die Stelle grundlegende Englischkenntnisse oder andere Sprachkenntnisse verlangt werden, wäre hier ein kleiner Sprachtest möglich. Vielleicht magst du hier ein paar Sätze üben.
27. „Warum sollten wir uns gerade für Sie entscheiden?„
Der Klassiker – aber Pflicht. Hier darf dein Imposter* nochmal die Klappe halten und du darfst selbstsicher benennen, warum du ein Gewinn für die Firma wärst.
*das ist diese miese innere Stimme, die dir sagt, dass du vielleicht doch nicht gut genug bist.
Wie du siehst, dreht sich ein Großteil der Fragen um deine Persönlichkeit. Genau hier lohnt es sich, bewusst hinzuschauen und gut vorbereitet zu sein.
Wenn du unsicher bist, ob deine Antworten passen, biete ich dir an, sie in 30 Minuten mit dir gemeinsam durchzugehen und du bekommst unmittelbares Feedback. Vielleicht hast du auch andere Fragen im Zusammenhang mit deiner Bewerbung – auch dann kannst du 30 Minuten für maximale Klarheit nutzen:
Fragen zu den Rahmenbedingungen
28. „Wie ist der aktuelle Stand Ihrer Bewerbungen?„
Hier würde ich mit offenen Karten spielen. Es ist normal, mehrere Gespräche zu führen. Personaler stellen diese Frage häufig aus einem guten Grund: Sie wollen wissen, wo du im Prozess stehst und wie schnell du eine Rückmeldung benötigst. Gleichzeitig sollte aber nicht der Eindruck entstehen, dass du dich bei mehreren hundert Unternehmen beworben hast und keinen Wert darauf legst, wo du letztlich ein Angebot erhältst.
29. „Welche Gehaltsvorstellung haben Sie?„
Die schwierigste Frage unter allen. So erscheint es oft. Mein Tipp: informiere dich vorher im Internet. Es gibt genug Portale, die einen gewissen Gehaltsrahmen zur Orientierung anbieten, je nach Fachrichtung und Ausbildungsabschluss. Also informiere dich und gib einen Rahmen an, in dem du Verhandlungsbereitschaft zeigst.
Die Frage wird auf jeden Fall gestellt. Keine Zahl zu nennen und dem Unternehmen die Entscheidung über dein Gehalt zu lassen, würde ich nicht empfehlen. Zum Einen wirkt es unsicher, zum anderen wird ein niedriges Gehalt dich sehr lange im Unternehmen begleiten, da jährlich meist nur wenige Prozente Erhöhung drin sind. Jedoch solltest du mit deiner Forderung auch nicht übers Ziel hinausschießen, so dass das Gehalt zum Showstopper wird.
30. Haben Sie Fragen an uns?
Unverzichtbar. Bestimmt hast du Fragen zu deinem zukünftigen Job, oder? Du willst doch wissen, wo, mit was und mit wem du sehr viel Zeit am Tag verbringst. Also bereite auf jeden Fall die ein oder andere Frage vor, das zeigt Interesse.
Neben fachlichen Fragen kommt die Frage, ob du dein zukünftiges Team vorab kennenlernen kannst, immer sehr gut. Und das sollte ohnehin in jedem Einstellungsprozess beinhaltet sein.
Und natürlich kannst du nach den nächsten Schritten und der Timeline fragen. Wann und wie geht es weiter. Auch darüber sollte am Ende des Gesprächs Klarheit bestehen.
Wie du dich wirklich gut vorbereitest
Die Kurzform für alle diese Fragen wäre:
- Was sind meine drei stärksten beruflichen Kompetenzen und Erfolge?
- Welche Situationen zeigen das konkret?
- Was motiviert mich wirklich?
- In welchem Umfeld arbeite ich am besten?
Wenn du diese Punkte klar beantworten kannst, wirst du beruhigter ins Gespräch gehen.
Fazit
Ein Vorstellungsgespräch ist kein Theaterstück. Wenn du dich verbiegst, spürt man es.
Wenn du dich gerade konkret auf ein Vorstellungsgespräch vorbereitest und merkst, dass du zwar viel Erfahrung hast – aber dennoch unsicher bist:
Dann lass uns das gemeinsam strukturieren. In meiner Bewerbungsbegleitung können wir dich perfekt auf das Interview vorbereiten. Wir arbeiten nicht an „perfekten Sätzen“, sondern an deiner Klarheit über dich und deinen beruflichen Weg.
Und damit kommst du entspannter und sicherer zum Ziel: Deinem Wunschjob.
Deine Sandra
