Work-Life-Balance – ein schöner Mythos?
Hand aufs Herz: Wie oft hast du dir schon vorgenommen, „endlich eine bessere Work-Life-Balance“ zu erreichen?
Vielleicht mit klaren Arbeitszeiten, festen Pausen und – wenn wir schon dabei sind – einem wöchentlichen Yoga-Kurs zur Entspannung?
Und? Hat’s geklappt?
Wenn du jetzt ein bisschen schmunzeln musst – willkommen im Club. Genau da war ich nämlich auch. Ich hatte mir sogar offiziell Teilzeit verordnet: vormittags arbeiten, nachmittags frei. Und dann? Zack – hing ich trotzdem wieder im Recruiting-Gespräch mit meinen US-Kollegen. Zeitverschiebung lässt grüßen.
Work-Life-Balance? Eher ein Work-Life-Puzzle.
Warum Work-Life-Balance für viele Menschen nicht funktioniert
Die Idee der Work-Life-Balance klingt erst einmal vernünftig:
Hier die Arbeit, dort das Leben – und beides bitte in einem gesunden Gleichgewicht.
Das Problem ist nur: Wir sind keine Waagen.
Das echte Leben hat die unschöne Angewohnheit, ständig Gewichte auf nur eine Seite zu legen. Deadlines, Verantwortung, Familie, innere Ansprüche – Balance zu halten fühlt sich dann schnell an wie Spagat-Training im Fitnessstudio. Bloß nicht kippen. Bloß nichts falsch machen.
Viele Menschen erleben deshalb genau das Gegenteil von Entspannung:
Sie setzen sich zusätzlich unter Druck, es endlich besser hinzubekommen.
Das Grundproblem der Work-Life-Balance
Warum das klassische Modell für so viele scheitert, hat aus meiner Sicht drei Gründe:
Das Leben ist dynamisch.
Balance klingt statisch. Dein Leben ist es nicht. Es verändert sich ständig – genauso wie deine Energie, deine Bedürfnisse und deine Prioritäten.en so gestalten, dass sie sich nicht im Weg stehen, sondern Hand in Hand gehen.
Die Trennung ist künstlich.
Arbeit ist ein Teil deines Lebens – Punkt. Sie komplett auszuklammern funktioniert nur, wenn du sie innerlich ablehnst. Und das kann ja nicht die Lösung sein.
Balance erzeugt Druck.
Statt entspannter wirst du nervös, wenn du denkst: „Mist, heute schon wieder zu viel gearbeitet.“
JobLife – eine praxisnahe Alternative zur Work-Life-Balance
Genau an diesem Punkt kommt mein Lieblingsbegriff ins Spiel: JobLife.
JobLife bedeutet für mich:
Aufhören, Arbeit und Leben zwanghaft zu trennen – und stattdessen beides bewusst miteinander zu verweben.
Deine Arbeit ist ein Teil deines Lebens. Und dein Leben besteht meist mit vielen Stunden aus Arbeit.
Wenn Arbeit Freude bereitet, ist diese künstliche Spaltung gar nicht mehr nötig. Und ganz ehrlich: Wir verbringen mit beidem sehr viel kostbare Lebenszeit. Warum also so tun, als hätten sie nichts miteinander zu tun?
Warum JobLife besser zu unserer heutigen Arbeitswelt passt
Zeitverschiebungen, Homeoffice, Selbstständigkeit, Führungsverantwortung – für viele Menschen gibt es längst keine klare Grenze mehr zwischen Job und Leben.
JobLife heißt dabei nicht, rund um die Uhr zu arbeiten.
Sondern Arbeit und Alltag so zu gestalten, dass sie sich nicht gegenseitig blockieren, sondern unterstützen.
Ein Beispiel aus meinem eigenen Leben:
Früher habe ich einmal im Jahr Urlaub gemacht. Heute frage ich mich öfter: Warum nicht auch dort arbeiten, wo ich gerne mehr wäre – und den Nachmittag einfach genießen?
Für mich ist das JobLife:
Nicht Arbeit oder Leben, sondern Arbeit im Leben.
Welche Rolle deine Stärken dabei spielen
Ein wichtiger Baustein von JobLife sind deine Stärken.
Nicht als weiteres Optimierungsprojekt – sondern als Energiequelle.
Wenn du deine Stärken kennst und einsetzt, bist du im Flow. Dann fühlt sich Arbeit weniger nach Zwang an und mehr nach Ausdruck dessen, was dich ausmacht. Genau das macht es leichter, Arbeit und Leben natürlich zu verbinden.
Ich erinnere mich an eine Unternehmerin aus meinem Coaching, die sofort sagte:
„Das brauche nicht nur ich, sondern alle meine Mitarbeitenden.“
Und ja – genau darum geht es:
Stärken bringen Menschen in ihre Energie. Und Energie verbindet.
Für wen JobLife besonders sinnvoll ist
JobLife ist besonders hilfreich für:
Menschen auf Sinnsuche, die mehr wollen als nur einen Gehaltsscheck.
Menschen im Hamsterrad, die nicht mehr nur noch funktionieren wollen.
Führungskräfte, die Verantwortung tragen, ohne auszubrennen.
UnternehmerInnen, die nachhaltig Wachstum fördern wollen.
Selbstständige, für die Arbeit und Leben ohnehin verschmelzen.
So kannst du JobLife im Alltag ausprobieren
JobLife klingt groß – aber du kannst klein anfangen:
- Mini-Experiment: Setze eine deiner Stärken bewusst an einem Tag ein.
- Rituale: Frage dich abends: „Wo hat sich Arbeit heute leicht angefühlt?“
- Grenzen neu denken: Nicht starr trennen, sondern bewusst gestalten.
Fazit: Work-Life-Balance war gestern – JobLife ist dein Weg
Work-Life-Balance klingt schön – ist für viele aber ein Dauerjonglieren.
JobLife ist praxisnah, flexibel und befreiend.
Es geht nicht darum, zwei Welten mühsam auszubalancieren. Sondern dein Leben so zu gestalten, dass Arbeit und Alltag zusammenpassen.
Oder kurz gesagt: Hör auf, nach Balance zu suchen. Fang an, dein JobLife zu leben.
Und wenn du dabei Unterstützung brauchst – du weißt, wo du mich findest.
Deine Sandra
PS: Meine Leitfrage ist immer öfter: Macht mich das glücklich? Und dann versuche ich es, umzusetzen.

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